Großes Lob für die Helfer
- Erster Workshop zur Technischen Hilfe ein voller Erfolg
- 50 Teilnehmer erhalten Zertifikat
Samstag, 14. Juni 2008: Es herrscht gespannte Stille auf dem THW-Gelände in Lachen-Speyerdorf. Dann gehen die ersten Alarmierungen der „Leitstelle“ für Rettungsdienste und Feuerwehren raus und kurze Zeit später treffen die ersten Fahrzeuge an der Unfallstelle mit fünf Schwerverletzten ein. Drei Autos sind ineinander gefahren, eines davon liegt seitlich auf der Beifahrerseite, eine Person wurde herausgeschleudert. Zum Glück alles nur eine Übung...
Und genau darum soll es gehen. Beim ersten Workshop Technische Rettung des DRK Kreisverbandes Bad Dürkheim in Kooperation mit den Freiwilligen Feuerwehren Lachen-Speyerdorf, Maikammer und Hassloch steht das Üben an erster Stelle. „Das Sprechen mit einer Sprache ist an einer Unfallstelle das Wichtigste“, betont Timo Schädler, Organisator des Workshops. Schließlich sei das Ziel den verunfallten Personen so schnell und effektiv wie möglich zu helfen. Deshalb sei vor allem die Absprache und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Hilfsorganisationen, also Rettungsdienst und Feuerwehr, sehr entscheidend, erklärt der Leiter der Ausbildung Rettungsdienst. Was Außenstehenden sehr laut erscheint und wie Chaos und Hektik aussehen muss, läuft für die Helfer optimal ab.
Die Besatzung der ersten Fahrzeuge gibt Meldungen an die Übungsleitstelle bezüglich Anzahl und Schwere der verschiedenen Verletzten, koordiniert und schätzt Behandlungsprioritäten ein.
Das Erkennen von Verletzungen und die Einschätzung der Unfallopfer stellt die Basis für resultierende Rettungsmethoden und Behandlungsmuster dar. Nach kurzer Absprache zwischen den Einsatzleitern von Feuerwehr und Rettungsdienst bekommen die ersten realistisch geschminkten Unfalldarsteller Halskrausen angelegt, werden betreut und weiter medizinisch versorgt. Die kritischen Patienten, die so schnell wie möglich aus ihrer Lage befreit werden müssen, werden mit verschiedensten Rettungstechniken aus den völlig demolierten Autos gerettet. Mit Schere und Spreizer schafft die Feuerwehr Zugang für das Rettungsdienstpersonal, das sich teilweise mit akrobatischen Leistungen durch den Kofferraum eines PKWs zu den Verletzten vorkämpft.
In anderen Fällen kommt es darauf an, die Personen so schonend wie möglich aus den Fahrzeugen zu holen, wenn beispielsweise Wirbelsäulenverletzungen vorliegen. Feuerwehrmänner und -frauen arbeiten mit schweren hydraulischen Rettungsgeräten an den Fahrzeugen und schneiden das Dach ab. In einem angelegten Rettungskorsett, das den Verletzten vor weiteren Bewegungen schützt, wird dieser auf ein Brett gezogen und aus dem Wrack gehoben. Auch die aus dem Fahrzeug geschleuderte Person wird optimal versorgt, allerdings ist das Risiko zu sterben bei nicht angeschnallten Personen eines Verkehrsunfalls um das sechsfache erhöht. Die geschulten Ausbilder überwachen und dokumentieren den Einsatz.
„Es hat alles reibungslos geklappt“, resümierte Workshopleiter Schädler nach der Abschlussübung. Die Rettung der fünf Verletzten sei optimal gelaufen, ebenso die wichtige Absprache zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. Innerhalb von nur 27 Minuten konnten alle fünf Schwerverletzte befreit und gerettet werden. Schädler sprach dafür allen Helfern ein großes Lob aus. Es sei deutlich geworden, dass der Workshop am Vormittag bereits gute Ergebnisse erzielt habe. An vier verschiedenen Stationen mit Ausbildern von DRK und Feuerwehr hatten die circa 50 Teilnehmer mit verschiedensten Rettungsgeräten geübt und sich auch an nicht alltäglichen Situationen probiert. Vom verunfallten LKW-Fahrer, der mittels Rettungsplattform aus seinem Führerhaus befreit werden musste bis zum Abseilen eines Verletzten aus einem Neubau ohne Treppenhaus durch Flaschenzug und Schleifkorbtrage war alles zu finden.
Ein zwischen zwei Betonplatten eingeklemmter Bauarbeiter wurde mittels Luftheber und Hebekissen durch die Feuerwehr befreit und durch die Rettungsassistenten versorgt. Oft war neben Beurteilung und Behandlung der Opfer auch Improvisationstalent und Geschick der Teilnehmer gefordert. Immer wieder wurden an den Stationen neue Ansätze oder Möglichkeiten ausprobiert, um optimale Lösungen zu finden. Ausbilder gaben Tipps, zeigten Verbesserungsmöglichkeiten auf und unterstützten die Teilnehmer. Alle Beteiligten waren mit großem Eifer dabei, schienen unermüdlich und zeigten sich begeistert. Die Anforderungen waren bewusst hoch gesetzt, um die Teilnehmer zu fordern. Das Handling mit neuen Rettungsmaterialien und die fachdienstübergreifende Teamarbeit hatten oberste Priorität, konnten geübt und gegebenenfalls optimiert werden. Am Ende sprach Timo Schädler von einem „gelungen Tag“ und dankte allen Beteiligten, Helfern, sowie der Firma Rescue-Fire.de für die gesponserten T-Shirts und der Firma Helping Hands für die kostenlose Essensversorgung. „Im nächsten Jahr wird dann ein weiterer Workshop Technische Rettung stattfinden“, gab sich Schädler zuversichtlich. (dit)




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