Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Neustadt 2010

(kai) Es war wieder ein arbeitsreiches Jahr für die Feuerwehr Neustadt, sagte der Stadtfeuerwehrinspekteur Ansgar Julier bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt Ende Januar 2010 in der Hauptfeuerwache Neustadt.

 

Julier begrüßte zu diesem Ereignis den obersten Chef der Feuerwehr Neustadt, Herrn Oberbürgermeister Hans Georg Löffler, Herrn Pein Vorsitzender des Förderkreises der Feuerwehr Neustadt, die Vertreter des Stadtrates, die Ortsvorsteher sowie Vertreter der Polizeiinspektion Neustadt, des Technischen Hilfswerks Neustadt und dem Deutschen Roten Kreuz.

Gegenüber dem Jahr 2008, mit insgesamt 397 Einsätzen, gingen die Einsätze 2009 auf 364 zurück. Seit langem nahm die Zahl der Brandeinsätze wieder auf 197 Einsätze zu, die Technischen Einsätze gingen auf 165 zurück. Diese Abnahme ist laut Julier auf den Wegfall der Ölspurbeseitigungen zurückführen, was nie eine originäre Feuerwehraufgabe war.

 

In seinem Jahresrückblick ging der Stadtfeuerwehrinspekteur auch auf den Klemmhof ein. Als bei der Sanierung festgestellt wurde, dass die Fundamente unterspült waren und die Standsicherheit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet war, wurde das komplette Gebäude am 19. September 2009 geräumt. Bei der Räumung hat die Freiwillige Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße den Bewohnern geholfen, das nötigste an Kleidung und Hausrat in die Notunterkünfte zu bringen. Unterstützung bekam die Feuerwehr Neustadt vom DRK Stadtverband Neustadt sowie von den Nachbarfeuerwehren Haßloch, Edenkoben und Lambrecht. Nach der Räumung haben Feuerwehrangehörige der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt und Helfer des DRK Stadtverband Neustadt die Bewohner täglich beim Besuch ihrer Wohnungen begleitet. Bei dieser Aktion „Klemmhof“ leitsteten 195 Feuerwehr-angehörige Dienst.

Ein wenig Sorgenfalten bereitet der Wehrführung die Personalstärke der drei Stadtlöschzüge. In allen drei Zügen ist die vorgegebene Personalstärke von 35 Aktiven unterschritten. In der Innenstadt gestaltet es sich immer schwieriger geeignetes Personal zu bekommen. Ganz anders sieht es in den Ortsteilen aus. Hier erreichen alle Löschzüge und Löschgruppen die erforderliche Personalstärke.

Der stellvertretende Stadtfeuerwehrinspekteur Otto Fürst verwies auf ein weiteres Personalproblem. Aufgrund beruflicher Belastung können immer weniger Feuerwehrleute Führungsaufgaben in der Wehr übernehmen.

Die Feuerwehr Neustadt verfügt über die notwendigen Geräte und Ausrüstung, um die gestellten  Aufgaben zu erfüllen, sagte Julier. Aber Aufgrund der technischen Entwicklung, neuer Normen, Unfallverhütungsvorschriften und Erkenntnissen aus den Einsätzen ist die Ausrüstung ständig zu ergänzen bzw. zu erneuern. Dringender Bedarf besteht in der Hauptfeuerwache. Hier beträgt das Durchschnittsalter der Fahrzeuge über 19 Jahre, das der Löschfahrzeuge sogar über 25 Jahre. Die anstehende Beschaffung eines Hilfeleistungs-Löschfahrzeuges ist der erste Schritt in die Modernisierung des Fuhrparks in der Hauptfeuerwache.

Der Königsbacher Wehr übergab der Oberbürgermeister bei der Jahreshauptversammlung ein neues Mannschaftstransportfahrzeug. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen drei Jahre alten Mercedes Transporter, welcher in der Feuerwehrwerkstatt umgebaut wurde. Oberbürgermeister Löffler sagte, dass manches Wünschenswertes verschoben oder sogar ganz gestrichen werden müsse. Im Haushalt sind 779.000 Euro für Personal, Fahrzeugunterhalt, Betriebskosten, Dienstkleidung, Ausbildung und Ähnliches eingeplant.

 

Nach 10-jähriger Amtszeit als Stadtfeuerwehrinspekteur der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße hat sich Julier entschlossen, bei der anstehenden Wahl nicht mehr zu kandidieren. Er bedankte sich bei allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden für die geleistete Arbeit.

Als Kandidat für dieses Amt stellte sich der stellvertretende Stadtfeuerwehrinspekteur Volker Schönig zur Verfügung. Schönig wurde mit 92 Prozent der 206 abgegebenen Stimmen zum neuen Chef der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße gewählt. Die Amtsübergabe soll, nach Ablauf der offiziellen Amtszeit von Ansgar Julier, am 30. Juni 2010 erfolgen. Bei der Versammlung konnten die Wehrleitung und der Oberbürgermeister einige Feuerwehrkameradinnen und -kameraden befördern und ehren. 40 Männer und Frauen wurden befördert. Für 25 Jahre aktiven Dienst bekamen Bruno Engel, Bernhard Gutting, Roger Klohr, Rüdiger Labrenz, Reinhard Momm, Michael Schöttinger uhd Richard Sattmüller das Silberne Feuerwehr Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Für 35 Jahre  bekamen Uwe Brettinger, Herrmann Hasselwander, Helmut Isler und Lothar Mohr das Goldene Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

 

Zwei Sonderehrungen überreichten Otto Fürst, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, und Jürgen Güssow, Vorsitzender des Regionalfeuerwehrverbandes, Otto Nett und Jürgen Medart. Nett bekam die Feuerwehr-Ehrennadel in Silber für sein Engagement für die Jugendfeuerwehr, als Kreisausbilder und als Gerätewart beim Löschzug Lachen-Speyerdorf. Medart erhielt das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Er war seit 1996 bis 2010 Zugführer des Löschzuges Mußbach und damit ältester Zugführer in der Neustadter Wehr.