Notrufe nur noch mit aktivierter Handy-Karte

Ausschnitt aus der Tageszeitung
"Die Rheinpfalz" vom 7. Juli 2009

Verbraucher-Tipp: Eindeutige Identifikation des Inhabers soll missbräuchliche Anrufe eindämmen - Ans Aufladen des Akkus denken

LUDWIGSHAFEN (shp). Notrufe mit dem Mobiltelefon sind seit 1. Juli nur noch mit einer aktivierten Handy (Sim)-Karte möglich. Bisher war die Notrufnummer 112 auch ohne Karte erreichbar. Insbesondere Handy-Besitzer mit einer sogenannten Prepaid-Karte, die das Telefon selten nutzen, sollten darauf achten, dass der Anbieter ihre Sim-Karte nicht abgeschaltet hat, raten Experten.
 

Grund der Neuregelung ist die große Zahl missbräuchlicher Anrufe bei Notrufstellen. Die betriebsbereite Sim-Karte ermögliche eine eindeutige Identifikation des Karteninhabers, so dass Missbräuche künftig besser verfolgt werden könnten, teilt die für den Telekommunikationsmarkt zuständige Bundesnetzagentur mit.
 

Auch künftig bleiben Notrufe möglich, wenn auf der Prepaid-Karte kein Guthaben mehr vorhanden ist. Es kann aber sein, dass ein Anbieter eine lange Zeit nicht mehr genutzte Karte komplett abschaltet. „Unabhängig vom Guthaben sollten Prepaid-Kunden ihre Karte regelmäßig in den vom Anbieter vorgegebenen Intervallen, meist alle sechs oder zwölf Monate, aufladen, um so einer eventuellen Abschaltung vorzubeugen", erläutert das Online-Verbraucherportal Teltarif.de. Wer einen Handy-Vertrag besitze, müsse hingegen während der Vertragslaufzeit nichts befürchten. Die Sim-Karte bleibe für diese Kunden auch bei Nichtgebrauch des Telefons aktiv.
 

Nach Auskunft des Herstellerverbands Bitkom müssen sich Nutzer von Prepaid-Karten keine Sorgen machen, solange sich ihr Handy nach dem Einschalten in das Netz des Betreibers einbucht und sie keine SMS des Anbieters über die Deaktivierung erhalten haben. Um einen Notruf absetzen zu können, muss neben der Sim-Karte allerdings auch der Handy-Akku funktionieren. Wer etwa in seinem Auto ein Telefon speziell für Notrufe mit sich führt, sollte deshalb an das regelmäßige Aufladen des Akkus denken, rät Teltarif.de. Wie früher können Notrufe auch dann erfolgen, wenn ein Mobilgerät für abgehende Verbindungen gesperrt ist. Unverändert ist auch, dass der Notruf über ein fremdes Mobilfunknetz erfolgt, falls die Verbindung über den eigenen Netzbetreiber nicht zustande kommt. Die Notrufnummer 112 kann in ganz Europa kostenlos von Fest- und Mobiltelefonen angerufen werden.